Das Heilige Abendmahl (in der Urkirche und Alten Kirche nannte man es das "Dankmahl", in der griechischen Sprache damaliger Zeit: Eucharistie. Unsere katholische Schwesterkirche hat diese Bezeichnung noch immer in Gebrauch!) geht auf Jesus Christus zurück.
Jesus wusste schon länger, dass er dem Tiod entgegen ging und sterben musste. Es war teil seines Auftrags vom Vater her. Er war mit seinen Jüngern zum Passahfest in Jerusalem und wollte mit ihnen das Passahmahl halten wie es in der jüdischen Gemeinde noch heute üblich ist. Das Passah erinnert die Israeliten, die Menschen jüdischen Glaubens an die Befreiung aus Ägypten). Man aß und isst seit Jahrhunderten und heute noch am Abend vor dem Fest als Auftakt das Passah-Lamm.
So tat es Jesus damals auch - doch dann tat er etwas Neues, für die Jünger Überraschendes
Matthäus berichtet davon so:
"Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach's und gab's den Jüngern und sprach: Nehmt und esst, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte und gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut des neuen Bundes, das vergossen wird für Viele zur Vergebung der Sünden." (Matthäus 26, 17-20)
Noch am selben Abend wurde Jesus verhaftet und der Gotteslästerung angeklagt. Am nächsten Tag wurde er gekreuzigt.
In der jungen christlichen Kirche nach Jesu Auferstehung wurde von Anfang in Erinnerung an Jesus dieses Mahl gefeiert. Jesu Hingabe, das Kaputtgehen seines Leibes, das Fließen seines Blutes... in diesem Mahl der Gemeinschaft spürten die ünger und ersten Gemeindemitglieder die Gegenwart ihres Herrn nach Auferstehnung und Himmelfahrt immer wieder. In Buch der Apostelgeschichte (Kapitel 2) wird es als "Brotbrechen" bezeichnet, später in den Schriften der Kirche als Dankesmahl für Jesu Hingabe (griechisch: eucharistein)
Wir feiern das Abendmahl heute regelmäßig. Vier Aspekte sind uns dabei wichtig:
die Erinnerung mit Dankbarkeit für das was Jesus für uns tat
die Versöhnung, dass uns Sünden vergeben sind aus Gottes Gnade und wir zu Gott immer kommen dürfen
die Gemeinschaft, die Jesus gestiftet hat und zu der wir alle miteinander gehören und das auch feiern dürfen
die Hoffnung. dass nach dieser Weltzeit, nach der Auferstehung, im ewigen Reich Gottes wir unseren Platz haben.
So sind wir ganz nah an Gott: in diesem Leben und über dieses Leben hinaus auf ewig. Wir gehören dazu!
Wir erinnern uns also an das erste Abendmahl, wie es Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat. Deshalb sprechen wir die Einsetzungsworte zum Abendmahl so, wie sie in der Bibel überliefert sind. Dabei schwingt mit, dass sich Gott mit uns durch Jesus Christus versöhnt hat.
Auch die Gemeinschaft ist wichtig: Abendmahl feiere ich nicht nur für mich, sondern ich stehe dabei in Verbindung zu Christen in allen Zeiten und an allen Orten. Im Abendmahl kommt die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott das Gute für uns Menschen will.
Auch für Kinder
In unserer Pfarrei feiern wir das Abendmahl für alle. Das heißt, alle getauften Christen, seien sie evangelisch oder katholisch, seien sie alt oder jung, sind bei uns zum Abendmahl eingeladen. Neben den Hostien (kleine runde Oblaten) gibt es Saft statt Wein zum Abendmahl. Somit können sowohl Kinder als auch Menschen, die keinen Alkohol zu sich nehmen wollen, daran teilnehmen.
Wir feiern das Abendmahl einmal im Monat und an hohen Feiertagen. Im Normalfall bilden wir eine Abendmahlsgemeinschaft vor dem Altar. In seltenen Fällen praktizieren wir das Wandelabendmahl. Dabei kommt jeder durch den Mittelgang nach vorne, empfängt vor dem Altar die Hostie und geht dann nach rechts oder links weiter, um dort den Kelch zu empfangen. Anschließend geht er zurück auf seinen Platz. Das Wandelabendmahl kommt dann zum Einsatz, wenn sehr viele Menschen am Abendmahl teilnehmen wollen.
Besuch zu Hause
Für ältere und kranke Menschen gibt es die Möglichkeit des Hausabendmahls. Dazu besucht ein/e Pfarrer/in die Person zu Hause, und spendet ihr dort das Abendmahl. Schön ist es, wenn dazu Verwandte und Nachbarn kommen, um die Gemeinschaft auszudrücken. Wenn Sie ein Hausabendmahl wünschen, wenden Sie sich bitte ans Pfarramt.
